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Test - Prey : Prey

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Während 'Quake 4' momentan die Schlagzeilen füllt, bahnt sich hinter den Kulissen ein harter Kampf um die Shooter-Krone an, denn mit 'Prey' hat Humanhead ein extrem heißes Eisen im Feuer, welches wir auf der E3 im Rahmen einer Präsentation auf dem ATI-Stand erstmals begutachten konnten.

Ein harter Kampf vor allem deswegen, weil 'Prey' der Konkurrenz in Sachen Optik in nichts nachsteht und dazu noch einen ganzen Batzen abgefahrener Ideen bietet. Schon lange geistert die Idee zu 'Prey' im Dunstkreis von 3D Realms herum, doch nun gibt es endlich Handfestes.

Im Spiel übernehmt ihr die Rolle des Indianers Tommy, der sein erfolgloses Dasein als Mechaniker ohne Perspektiven fristet. Doch das ändert sich schnell, als ein bizarres Alien-Mutterschiff auftaucht und kräftig Unheil auf der Erde anstiftet. Tommy gerät an Bord des Mutterschiffes und muss sich nun mit den Aliens und ihrer skurrilen Technologie herumschlagen, nicht nur um seine Freundin zu retten, sondern gleich den ganzen Planeten. Tommys Herkunft als Cherokee-Indianer und deren mystische Hintergründe spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle. So trat in den gezeigten Szenen ein alter Indianer-Schamane auf, der in einer atemberaubenden Wüstenkulisse prophetische Ratschläge für Tommy auf Lager hatte.

Das Alien-Mutterschiff entpuppt sich als ausgesprochen skurrile Angelegenheit und verfügt offenbar an sich schon über eine eigene Intelligenz. Biomechanische Technologien, lebendige Waffen und zahlreiche biestige Viecher warten auf den unfreiwilligen Helden, der reichlich zu tun bekommt. Dabei sprengen die Entwickler einige Grenzen in Bezug auf Gameplay und Level-Design. Tommy kann unter anderem eine Geistform nutzen, um sich von seinem Körper zu lösen und undurchdringliche Barrieren zu überwinden, was bei intelligent gemachten Rätseln zum Tragen kommt. So durchdringt Tommys Geistform eine Energiebarriere, mit spirituellem Pfeil und Bogen werden Gegner erlegt und die Energiequelle der Barriere deaktiviert. Zurück in seinem eigentlichen Körper kann Tommy den neu eröffneten Durchgang nun nutzen.

Vor bösen Überraschungen ist Tommy dabei nicht sicher. Es können plötzlich Energieportale im Schiff erscheinen und Gegner ausspucken, genauso kann Tommy diese Portale aber auch nutzen, um in ansonsten unzugängliche Bereiche des Schiffes einzudringen. Auch das Physiksystem des Spieles wird intensiv verwendet, um dem Spieler mehr als nur reines Ballern zu ermöglichen. Um dem Ganzen noch eins draufzusetzen, bildet auch die Schwerkraft keine Barriere, Tommy kann mitunter ebenso gut an Wänden oder der Decke herumlaufen wie auf dem Boden – verwirrend, aber überaus originell wird dieses Feature ebenfalls zu verschiedenen Rätseleinlagen verarbeitet.

Tommy bekommt es mit reichlich monströsen Gegnern zu tun, die denen aus 'Doom 3' in nichts nachstehen und augenscheinlich über verschiedene KI-Modelle verfügen: von blind heranstürmendem Viehzeug bis hin zu agilen humanoiden Gegnern, die für spannende Feuergefechte sorgen. Sogar die Spielumgebung selbst kann zum Feind werden. Die Waffen, die Tommy zur Verfügung stehen, beunruhigen nicht nur durch vehemente Feuerkraft, sondern auch durch ihren biomechanischen Ursprung – nicht selten scheint es sich bei den Waffen um Lebewesen zu handeln.

Vorm Tod muss man offenbar auch keine Angst haben: In Geistform geht es gegen böse Geistwesen, bis ihr wieder in eure sterblichen Überreste schlüpfen könnt. Auch Fahrzeuge – oder so etwas ähnliches – werden geboten. In einer Flugsequenz steuerte Tommy ein fliegendes Exoskelett und beharkte damit die Gegnerscharen.

In Sachen Grafik bietet 'Prey' feinste Kost dank einer modifizierten 'Doom 3'-Engine, die mit feinen Lichteffekten und gnadenlos schönen Texturen glänzt. Anders als in 'Doom 3' werden nicht nur düstere Gänge und Korridore geboten, sondern auch offene Abschnitte. Die Stimmung des Spieles insgesamt bleibt düster und zuweilen gruselig, einen Lichtblick bilden die Wüstenszenen, in denen euch der Schamane mit Rat und Tat zur Seite steht. Bereits in den ersten gezeigten Szenen konnten wir uns von der Grafikqualität überzeugen, als eine ausgesprochen detailliert und realistisch dargestellte Kneipe Opfer eines Alienangriffs wurde und nicht nur die Einrichtung, sondern auch gleich noch ein vor der Kneipe geparkter Truck zum Mutterschiff emporgesogen wurden.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
'Prey' hat ein schier unglaubliches Potential und lässt 'Quake 4' und 'Doom 3' wie stumpfe Ballerorgien dastehen. Das Level-Design ist so abgefahren wie in keinem anderen Shooter und die Ideen, die im Spiel stecken und augenscheinlich intelligent für Rätselpassagen und innovative Gameplay-Elemente umgesetzt werden, suchen ihresgleichen. Hoffentlich wird das gebotene Potential auch voll genutzt, denn dann können sich die Konkurrenztitel im kommenden Jahr von ihrem bequemen Thron verabschieden. Für mich ganz klar DAS Action-Highlight der E3.

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