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Test - Fuser : Auflegen und abtanzen!

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Menschenmassen tanzen auf einem Festival ausgelassen zu Elektromusik – dieses Bild wirkt derzeit wie aus einer anderen Welt. Aber es passt total zu Fuser, dem neuen Musikspiel von Harmonix. Denn in diesem kunterbunten und ausgeflippten Party-Kosmos dreht sich alles um treibende Beats und den besten Mix. Also raus aus dem Alltag und ran an die Turntables!

Euer selbsterstellter Plattenpapst hat vier dieser Plattenteller samt Taktanzeige vor sich. Am oberen Bildrand befindet sich eure Songbibliothek. Jeder Track verfügt über ebenfalls vier Bestandteile, beispielsweise Gesang, Gitarre, Keyboard und Schlagzeug. Wollt ihr nun einen Drum-Part haben, fahrt ihr mit dem Cursor über den gewünschten Song und drückt (am Beispiel der PlayStation 4) auf Quadrat, schon spielt das Element auf dem Plattenteller. Soll es eine Gesangsspur sein, drückt ihr auf Kreis, für das Keyboard auf Dreieck und für die Gitarre auf Kreuz. Bleibt beim Auflegen einer Disc im Takt und baut so im Handumdrehen einen Mix zusammen. Dieses ebenso simple wie geniale Prinzip bildet das Grundgerüst des Spiels.

Damit keine Langeweile aufkommt, fällt das Angebot an Songs und Genres stattlich aus: Das Spiel selbst bietet 100 Tracks aus unterschiedlichen Jahrzehnten und Musikrichtungen. Mit dabei sind unter anderem 50 Cent, Shania Twain, Blue Öyster Cult, Dua Lipa, Armin van Buuren, Megadeth, The Weeknd und Dolly Parton. Einige Songs müssen erst in der Kampagne freigespielt oder mit Ingame-Währung gekauft werden. Möchtet ihr noch mehr Auswahl haben, könnt ihr im Store weitere Stücke gegen Euro kaufen. Beim Mix selbst gibt es keine Grenzen: Eine automatische Anpassung von Harmonie und Tempo sorgt dafür, dass euch selbst bei der Verbindung aus Rap-Beat und Country-Vocals nicht die Ohren bluten.

Bevor ihr jedoch richtig durchstartet, ist die Kalibrierung ein Muss. Anhand zweier Tests wird ebenso schnell wie effektiv eure Eingabeverzögerung erkannt und angepasst. Genau wie bei allen anderen Musiktiteln steht und fällt euer Erfolg bei Fuser nicht nur mit dem eigenen Können, sondern auch mit den perfekten Einstellungen. Nehmt euch also unbedingt die Zeit dafür.

Misch dein Ding!

Um euch schrittweise zu vermitteln, was von einem DJ verlangt wird, ist die Kampagne gemacht. Darin arbeitet ihr euch vom Newcomer auf kleinen Bühnen über mehrere Stationen bis in die DJ-Elite vor. Jeder Auftritt wird von einem Coach begleitet, der euch mit unterschiedlichen Aufgaben an neue Elemente heranführt. Denn auch wenn der Einstieg locker von der Hand geht, habt ihr in Fuser viele Möglichkeiten, einen Mix zu gestalten. Dazu gehören unter anderem die Anpassung der BPM-Zahl, der Einsatz bestimmter Instrumente sowie der Einsatz eigens aufgenommener Loops.

Das alles macht ihr selbstverständlich nicht nur zu eurem Vergnügen. Denn das launenhafte Partyvolk verlangt nach ständiger musikalischer Abwechslung, also müsst ihr euren Sound häufig verändern. Außerdem trudeln Kurznachrichten mit konkreten Wünschen nach Genre oder Künstler ein, die erfüllt werden wollen, damit die Punktzahl weiter steigt. Denn Fuser ist am Ende genau wie Guitar Hero und Rock Band eine Highscore-Jagd: Erfüllt ihr die Anforderungen nicht oder liegt ständig neben dem Beat, rutschen sowohl Punkte als auch Publikumsgunst in den Keller.

Fuser - Gameplay Reveal-Trailer

Ab sofort sind Vorbestellungen für Fuser, das neue Musikspiel von NCSOFT und Harmonix Music Systems, möglich. Zur Feier des Tages gibt es einen Gameplay-Trailer.

Damit ihr nicht ungewollt zur Spaßbremse werdet, steht euch für jedes Set eine gewisse Bandbreite an Songs zur Verfügung. In der Regel sind einige festgelegt und auf euren aktuellen Auftritt abgestimmt – mal steht Dance, ein anderes Mal Hip Hop im Fokus. Die übrigen Tracks sucht ihr selbst aus, um euch genug kreativen Spielraum zu schaffen. Der Ablauf und das Lerntempo der Kampagne sind gelungen, so dass ihr nicht überfordert werdet. Dennoch ist etwas Aufmerksamkeit gefragt, denn spätere Sets verlangen, dass ihr bekannte und neue Dinge miteinander kombiniert.

In Sachen Präsentation bleibt Harmonix dem altbekannten, comichaften Design von Charakteren und Umgebungen treu. Wirklich hübsch ist das alles nicht, aber weil ihr euch sowieso nur auf das Auflegen konzentriert, spielt das Drumherum letztendlich keine Rolle. Der eigentliche Spielbildschirm ist übersichtlich aufgebaut und grafisch zweckmäßig gehalten, damit euch nichts von der musikalischen Arbeit ablenkt.

DJ gegen DJ

Möchtet ihr völlig stressfrei und selbstbestimmt am Mischpult drehen, dann ist der Freestyle-Modus die beste Wahl. Ihr stellt eine Auswahl eurer Lieblingssongs zusammen, passt eine Bühne nach eurem Geschmack an und spielt anschließend, was euch gefällt. Dabei erhaltet ihr zwar keine Punkte, habt aber Zugriff auf sämtliche Funktionen, die Fuser zu bieten hat. Somit könnt ihr in diesem Modus sehr gut trainieren und experimentieren.

Ihr dürft auch mit Freundinnen und Freunden im Ko-op-Freestyle die Beats rausfeuern. Allerdings wird dabei nicht wirklich zusammen-, sondern eher nacheinander gespielt. Jeder der bis zu vier Teilnehmer hat eine gewisse Zeit an den Turntables zur Verfügung, danach kommt der oder die nächste an die Reihe. Öffnet ihr die Session für Zuschauer, können diese Wünsche äußern und Likes vergeben, wenn ihnen eure Vorstellung gefällt. Umgekehrt schaut und hört ihr anderen Leuten dabei zu, wie sie an den Plattentellern aktiv werden.

Die anderen beiden Online-Modi sind dagegen auf den Wettbewerb ausgelegt. Bei den Kämpfen tretet ihr direkt gegen einen anderen DJ an. In einem gemeinsamen Mix kämpft ihr darum, durch das Erfüllen der gestellten Aufgaben, die richtige Songauswahl und perfektes Timing viele Punkte zu erzielen. Leider gestaltet sich das Ganze aufgrund zu vieler Vorgaben, unübersichtlicher Bildschirmanzeigen und permanenter Songänderungen wenig spaßig und akustisch anstrengend. 

Unter Social wiederum teilt ihr einen kurzen Mix und lasst die Community einige Tage lang darüber abstimmen. Erreicht ihr durch genug Zuspruch bestimmte Punktzahlen, winken als Belohnungen unter anderem neue Klamotten für euren Avatar oder neue Bühnendeko. Genauso könnt ihr euch andere Einsendungen anhören und bewerten. 

Immer schön kreativ bleiben

Spielerisch hat Fuser nicht mehr viel mit Guitar Hero und Rock Band zu tun. Statt einfach nur bekannte Lieder mit bunten Tasten nachzudrücken, ist hier ein gewisses Maß an Kreativität und Eigenantrieb erforderlich. Die Kampagne vermittelt lediglich die Grundlagen, den Feinschliff müsst ihr euch anschließend selbst verpassen. Bringt ihr die Lust mit, euch reinzuarbeiten und zu lernen, offenbart der Musikbaukasten angesichts vieler Songs und Kombinationen unzählige Möglichkeiten.

Scheut ihr dagegen die Arbeit und wollt durchweg entspannt zocken, dürfte Fuser nicht euer Ding sein. Abgesehen von der Kampagne gibt es keine konkreten Aufgaben, die ihr erledigen könnt, sondern hauptsächlich Spielraum für eigene Ideen. Könnt oder wollt ihr diesen nicht nutzen, bleibt der Spaß schnell auf der Strecke.

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